Microsoft Dynamics 365 Business Central in der Cloud betreiben oder auf Azure hosten ist eine beliebte Lösung. Das Rechenzentrum liegt dann in einer wählbaren Azure-Region. Darunter fallen z. B. Deutschland, die Schweiz oder die Niederlande. Die Herausforderung: In den meisten Fällen ist das Rechenzentrum den deutschen Behörden nicht bekannt. Damit beim Thema Steuern alles glatt läuft, stellen Betroffene beim zuständigen Finanzamt einen Antrag. Ist dieser bewilligt, können die elektronische Buchführung und die elektronische Aufzeichnung vollständig im Ausland erfolgen. 

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Für einen ersten Eindruck haben wir Ihnen die wichtigsten Infos schonmal zusammengestellt. Lesen Sie selbst! 

Elektronische Buchführung im Ausland erleichtern 

Zunächst ein paar Hintergrundinfos: Im Mai 2010 beschloss das Bundeskabinett ein Jahressteuergesetz 2010. Dieses soll die Voraussetzungen erleichtern, die elektronische Buchführung sowie die elektronischen Aufzeichnungen zu verlagern: ins EU-Ausland, in den EU-Wirtschaftsraum und auch in Staaten außerhalb der Europäischen Union. Aber Achtung, die Vereinbarung bezieht sich ausschließlich auf elektronische Unterlagen – Unternehmen sind weiterhin verpflichtet, Papierdokumente im Inland aufzubewahren. 

Schriftlicher Antrag beim zuständigen Finanzamt 

Um die elektronische Buchführung – vollständig oder in Teilen – korrekt ins Ausland zu verlagern, reichen Betroffene beim zuständigen Finanzamt einen schriftlichen Antrag ein. Ist dieser eingegangen, prüft die Finanzbehörde die Tatbestandsvoraussetzungen. Antragsteller müssen für die Verlagerung ihre steuerliche Pflicht in der Vergangenheit ordnungsgemäß erfüllt haben. Zudem darf die Besteuerung nicht beeinträchtigt sein. 

Finanzamt per Antrag ausführlich informieren  

Für den Antrag muss der Steuerpflichtige einige Fragen beantworten und angeben, welche elektronischen Bücher und sonstigen elektronischen Aufzeichnungen für die Verlagerung vorgesehen sind. Darunter fällt zum Beispiel: 

  • Welche Bearbeitungs-/Verarbeitungsvorgänge finden künftig im Ausland, welche im Inland statt? 
  • Beschreibung des geplanten Verfahrens 
  • Wie gelangen die erforderlichen Informationen/Papierunterlagen ins Ausland? 
  • Die Belege sind korrekt kontiert und verbucht und lassen sich vom Inland aus überprüfen. 

Die ausländische Stelle muss dem Datenzugriff nicht zustimmen. Der Antragsteller ist lediglich verpflichtet, der zuständigen Finanzbehörde insbesondere  

  • den Standort des Datenverarbeitungs-Systems, 
  • den Namen und die Anschrift eines optional beauftragten Dritten mitzuteilen und 
  • den Datenzugriff in vollem Umfang sicherzustellen. 

Rückverlagerung möglich 

Vorsicht: Eine erteilte Bewilligung ist nicht automatisch zeitlich unbegrenzt. Erfüllt ein Unternehmen die geforderten Voraussetzungen nicht länger, kann die Zustimmung widerrufen werden. Die Finanzbehörde verlagert dann die Besteuerung zurück. 

 Bitte beachten Sie: Es handelt sich hierbei um einen Leitfaden. Für Sie auch relevant? Bitte kontaktieren Sie Ihr Finanzamt oder Ihren Steuerberater.